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Musikmesse Frankfurt - quo vadis?

musikmesse2016
Die Musikmesse Frankfurt gilt schon lange als eine der wichtigsten Musikmessen weltweit und war auch immer schon als ein untrügliches Barometer im Musikalienhandel zu sehen. Vom 7.-14.April 2016 stand die Musikmesse diesmal unter dem vielsagenden Motto: "It´s my tune" - also so viel wie "es ist meine Melodie (Song)". Leider war davon nicht sehr viel zu spüren.

Viel war im Vorfeld der Messe angekündigt worden, von 300 Veranstaltungen paralell flankiert sollte die Musikmesse zu DEM Musikereignis 2016 schlechthin avanciert werden. Leider nur hörten wir wohl nur den Klang der Worte, der Taten folgte dennoch leider weniger positives.

Wurden in den vergangenen Jahren die Hersteller (auch sehr prominente und bekannte), welche bis dato fast immer zahlreich vertreten waren, einigermaßen logisch und zielgruppenorientiert auf Hallen vernünftig und grossflächig verteilt, wurde dieses Jahr das Hauptaugenmerk weniger auf den Musiker (sprich Konsumenten) gelegt als auf grossflächig angelegte Bühnenaufbauten und Grossveranstaltungen.

mm2016Allein 5(!) ganze Messehallen waren rein ausschliesslich für die paralell verlaufende "Light & Sound"-Messe reserviert, die Musikinstrumente dagegen wurden mit mageren 3 Hallen (8,  9 und 11) abgepeist.

Auch die Zahl und Qualität der Aussteller ließen mehr als zu wünschen übrig. Waren in den vergangenen Jahren noch nahmhafte Grössen des Geschäftes wie "Fender" oder "Gibson" (beispielsweise bei den Gitarrenherstellen) oder im elektronischen Bereich viele Grössen wie Yamaha oder andere grossflächig vertreten, so schrumpfte die Zahl der anwesenden grossen Hersteller auf ein Mindestmaß an Bekanntheit und Qualität. Auch konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren dass die Musikmesse diesmal sehr "Asienlastig" zu sein schien.

Alles in allem machte es den Anschein als dass mit den reinen Großprojekten das grosse Geld verdient werden sollte, während mit dem "normalen" Musikalienhandel anscheinend kein Geld mehr zu verdienen ist ... warum sonst sollte einer früher eher nebensächliche Messe wie der "Light & Sound" solch starke Gewichtung zugestanden werden?

Sicher auch dieser Geschäftszweig gehört heutzutage zum Musikbusiness. Grade in Zeiten von Grossevents wie grossen Festivals, Stadientouren grosser Stars, den immer grösser werdenden Hallen von Live-Events usw hat natürlich der Showaufbau, also Firmen welche Bühnen, Beleuchtung, Catering uvm. bereitstellen eine immer grössere Bedeutung erlangt.
Vergessen sollte man dabei aber nicht, dass all diese Firmen ihr Geschäft nur mit Künstlern machen können. Werden eines Tages Musiker aussterben, werden auch diese Firmen nichts mehr zu tun bekommen.

Nein, wir wollen hier nicht den Untergang des Abendlandes beschwören. Dennoch: wer vor 10 oder 15 Jahren die Musikmesse betrat wurde mit grossen Namen geradezu bombardiert, nahmhafte Künstler echte Weltstars angefangen von Whitesnake bis Jazzmasters wie Pat Matheney und anderen waren tagtäglich dort wie ganz selbstverständlich vertreten, zu sehen in den Hallen oder bei den Vorführungen der Hersteller. Solcherlei suchte man heuer im Jahr 2016 absolut vergeblich.

Im Gegenteil, die eigentliche Musikmesse machte eher den vorprovinziellen Eindruck einer grauen Hausmesse, zusammengepfercht in wenige Hallen mit weniger Musikalienhändlern als je zuvor. Da nutzten auch die grossen Ankündigungen im Vorfeld nichts.

Daher sei die Frage erlaubt: quo vadis Musikmesse? Wenn diese Entwicklung so weiter geht werden sicherlich auch immer weniger nahmhafte Firmen vertreten sein, welche dann lieber auf kostengünstigere Messen in den USA, Kanada oder Fernost vertreten sein werden als in Frankfurt. Bereits jetzt haben viele Hersteller ihre Teilnahme schon für 2017 auf Eis gelegt.

Der schlecht organisierte Shuttle-Service bei dem viel zu kleine Busse viel zu viele Besucher zu unmöglichen Meetingpunkten und viel zu langen Wartezeiten transportierten, die komplett überteuerten Messepreise (3,10 € für eine halbkalte Frankfurter mit Brötchen, 3,50€ für einen Plastikbecher Bier, 2,80 € für eine kleine Flasche Wasser, 2,80€ für einen schlecht schmeckenden Kaffee) sind da nur reine schlechte Kosmetik, nur noch der Tupfer auf dem i.

Sehr schade, aber zumindest aus unserer Sicht hat die Musikmesse von ihrem Glanz gerade dieses Jahr mehr viel als verloren, auch wenn diese Entwicklung sicherlich schon länger absehbar war. Auch und obwohl man grade dieser Entwicklung mit dem Motto "Its my Song" entgegen wirken wollte. Aber reines Marketing verfängt eben auch nicht immer.

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