Merkmale Selmer-Gitarren (1/3)

Selmer-Gitarren sind über die Jahre für Swing- und JazzManouche-Gitarristen so etwas wie "der heilige Gral" der akustischen Jazz-Gitarren geworden. Nicht zuletzt ausgelöst durch das Gitarren-Genie Django Reinhardt und seiner Band dem "Quintette du Hotclub de France" (kurz QHCDF) welche die Selmer-Gitarren mit seinem unnachahmlichen Sound weltberühmt machte.

In den frühen Jahren von 1899 - 1930 produzierte die Firma Selmer (Paris) zunächst erst nur Blasintrumente wie Klarinetten und Saxophone, wie auch dann ab 1952 nach Einstellung der Gitarrenproduktion und bis heute. Erst ab dem Jahr 1932 begann man zusätzlich mit der selmer orchestre 1932 20121025 1036074088 Produktion Selmer/Macafferri von 1932 (D-hole)von Gitarren. Mehr hierzu auch in der Selmer-History.

Mittlerweile sind diese Instrumente von denen in den Jahren 1932 bis 1952 nur rund 950 Stück produziert wurden sehr rar geworden und erzielen auf dem Gebrauchtmarkt je nach Alter und Zustand oft Preise zwischen 15.000.- bis 30.000.- EUR. Eine TOP-erhaltene  SELMER-Gitarre die aussieht wie aus dem Laden kann aufgrund ihrer Seltenheit dann auch schon mal Preise bis zu 40-50.000.-€. 

Viele Mythen ranken sich um die Selmer-Gitarren und viele Gitarristen wissen oft nicht um die tatsächlichen Fakten dieser Instrumente.
Aus diesem Grund haben wir hier einmal die markantesten Merkmale von originalen Gitarren der Marke SELMER (Paris) aufgelistet (siehe auch den Artikel Die Selmer-/Maccaferri-Gitarre). So kann man sich (z.B. vor einem Kauf) ggf. einmal genauer orientieren und über die Fakten informieren. 

Allgemeine Merkmale von Selmer-/Maccaferri-Gitarren


• Es gab in den Jahren von 1932 bis ca. 1938 von Selmer-/Maccaferri ausschliesslich die Modelle "Orchestre" mit und "Hawaiian" ohne Cutaway, auch sog. "D-Loch"-Modelle (siehe Foto links und rechts) mit einer kürzeren Mensur (65") und dem Halsübergang am 12. Bund. Später wurde Mod. "Orchestre" in "Grand Bouche" umbenannt. Selmer_Maccaferri_1932_Nr112_15

• Die Selmer-/Maccaferri-Modelle trugen vom Baujahr 1932 - 1935/36 auf der Kopfplatte eine Gravur mit der Patent-No. 10.431. Manche Gitarren hatten auch eine zusätzliche Gravierung mit dem Namen Maccaferri (siehe Bild rechts).

• Die Selmer-Gitarren-Modelle ab dem Baujahr 1936 trugen die Patent-No. 376.338.

Stochelo Rosenbergs Selmer-Guitar No#504• Bei den späteren Selmer-Baujahren ab 1938 fehlten diese Gravuren dann ganz und es war nur noch der Schriftzug "Henri Selmer / Paris" mit dem typischen Selmer-Emblem dort eingraviert (siehe unten, Foto 4 Kopfplatte). Foto 4: Kopfplatte Selmer

• Erst ab ca. 1939 baute Selmer (u.a. speziell für Gitarristen wie Django Reinhardt oder Matelot Ferret angefertigt) die ersten, von Mario Macafferri noch vor seinem Weggang bei Selmer designten Modelle "Jazz". Diese Selmer-Gitarren, auch "O-Loch"-Modell oder auch "Petit Bouche" genannt, waren mit einem Long-Scale-Hals (67"er Mensur) und dem Halsübergang (Neckjoint) am 14. Bund ausgestattet. Dadurch hatten die Solisten mehr Möglichkeiten in den Höhenlagen der Gitarre zu spielen.

• Das sog. Maccaferri-Design (Modell "Hawaiian" und "Orchestre") mit D-Schallloch (später "Grande bouche", franz. für "grosser Mund") existierte also nur von 1931/32 bis ca. 1938/39.
Das spätere auch von Macafferri entworfene Selmer-Design (Modell "Jazz") mit dem ovalen Schalloch ("Petite bouche", franz. "kleiner Mund") gab es dann erst ab 1939 bis ca. Ende 1952 als die Gitarrenproduktion bei Selmer endgültig eingestellt wurde (siehe auch Selmer-History).

Wer also z.B. eine "original alte Selmer von 1932" als O-Loch-Modell ("Petit Bouche") zum Kauf angeboten bekommt, kann unmittelbar davon ausgehen dass sie gefälscht ist, denn die gab es schlichtweg da noch nicht.

(All images remain copyrighted by their respective owners ©2010)

Merkmale originaler Selmer-Gitarren (2/3)


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